Weder vergeben noch vergessen! 17. September 2022, 17:30, Schillerdenkmal / Steintorplatz

Kundgebung anlässlich des 34. Jahrestages der Massenhinrichtungen von politischen Gefangenen in
iranischen Gefängnissen.

Die Rote Hilfe e.V. Hannover ruft dazu auf, sich an der Kundgebung zu beteiligen, denn:

Im Iran wurde eine ganze revolutionäre Generation vernichtet, um die religiöse Autorität (wieder)herzustellen. Im Jahre 1981 sind mehrere tausend Menschen wegen ihrer Denkweise, aufgrund ihres Widerstands verhaftet, gefoltert und umgebracht worden. Mit der systematischen Unterdrückung 1981 bis 1988 versuchte das islamische Regime alles, was mit Kampf und Widerstand zu tun hatte, auszulöschen, die Spuren der Kämpfenden und der Revolution aus den Fabriken und von den Straßen zu beseitigen, Einschüchterung und Furcht überall zu verbreiten.

Wir können uns in Deutschland vielleicht vorstellen, was das bedeutet, hatte doch hier der Faschismus eine ganze Generation von Linken ausgelöscht und alle linken Organisationen zerschlagen. Wir können uns vorstellen, was das bedeutet, war es – und ist es noch immer – doch auch hier schwer, uns unsere Geschichte wieder anzueignen.

Das Teheraner Regime hat versucht, immer mehr Spuren der Massenhinrichtungen zu vernichten, um die Aufklärung und strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen unmöglich zu machen.

Die Hingerichteten wurden 1988 von ihren Henkern in namenlosen Massengräbern verscharrt. Die Familien der Hingerichteten wurden lediglich über den Tod ihrer Angehörigen informiert. Über die Exekutionen zu sprechen oder Trauerfeierlichkeiten abzuhalten, war strengstens verboten. Auch über die Orte, wo die Opfer verscharrt wurden, schweigt das Regime bis heute.

Doch den Widerstand im Iran hat das Regime bis heute nicht brechen können.

Die Erinnerung an die Massaker hat das Regime nicht auslöschen können.

Das Ziel der Machthabenden ist es Angst zu verbreiten. Ziel ist, nicht nur die widerständigen Menschen zum Aufgeben zu bewegen, sondern auch alle anderen davon abzuhalten, überhaupt erst anzufangen.

Aber nicht nur die Angst, auch die Solidarität ist ansteckend.

Hoch die internationale Solidarität!

Die gefangennen Student*innen müssen freigelassen werden.

„Wir versammeln uns, um allen hingerichteten und ermordeten politischen Gefangenen
während der Terrorherrschaft der Islamischen Republik Iran zu gedenken.
Auch im Jahr 2022 gab es von Mai bis Juli eine Reihe von Demonstrationen, Protesten und
Streiks im ganzen Land, die von organisierten Arbeiterinnen, Lehrerinnen, Rentner*innen
sowie auch der Landbevölkerung ausgingen.
Durch brutale Angriffe der Sicherheitskräfte wurden hunderte Protestierende festgenommen
und einige ermordet. Die Gefängnisse sind wiederum voll.
Khamenei drohte den Protestierenden in seiner Rede, am 28. Juni 2022, offen und wütend vor
Publikum mit der gleichen Brutalität, die das Regime in den 80er und 90er Jahren angewendet
hat.
Die Hinrichtungswellen erreichten im Sommer 1988 ihren Höhepunkt, als Khomeini ein
Fatwa erließ, der die Tötung von schätzungsweise 4.500 bis 5.000 politischen Gefangenen
innerhalb weniger Monate anordnete, bekannt als das Massaker von 1988.
Aufgrund dieser aktuellen erneut dramatischen Verfolgung und Vernichtung Oppositioneller
brauchen die Menschen im Iran weltweite Aufmerksamkeit und Unterstützung.

„Die gefangenen Arbeiter*innen und alle politische Gefangenen müssen freigelassen werden.“

Wir fordern:

  • Die Verurteilung des islamischen Regimes im Iran und des derzeitigen Präsidenten, Ebrahim
    Raissi, der aufgrund von Verbrechen gegen die Menschlichkeit als Todesrichter bekannt
    wurde.
  • Die vollständige Aufklärung des Massakers von 1988 sowie die der vergangenen 43 Jahre!
  • In Deutschland lebende Verbrecher*innen der Islamischen Republik und Personen, die an
    den Repressionen gegen die Bevölkerung in den letzten 43 Jahren beteiligt gewesen sind, hier
    in der Bundesrepublik vor Gericht zu stellen.
  • Eine Vorgehensweise wie gegen Hamid Nouri, der von einem schwedischen Gericht wegen
    seiner Beteiligung an Massenhinrichtungen im Iran 1988 zu lebenslanger Haft verurteilt
    wurde.
  • Die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen im Iran!
    Wir treten ein:
  • Gegen die Todesurteile im Iran sowie die Todesstrafe im Allgemeinen!
  • Gegen die brutalen Menschenrechtsverletzungen und Repressalien gegenüber
    Andersdenkenden im Iran!
    • Wir sagen:
      Nein zur Terrorherrschaft der Islamischen Republik Iran!
      Schluss mit den Hinrichtungen!
      Schluss mit der Schikane und den Folterungen!
      Schluss mit der ethnischen und religiösen Diskriminierung!
      Schluss mit der Schikane und Diskriminierung gegen Frauen, die sich für ihre Rechte
      einsetzen!
    • Es lebe Freiheit und soziale Gerechtigkeit!
      Freiheit für alle politischen Gefangenen!

      Macht mit, damit wir die Spirale der Gewalt gegen die schutzlosen Menschen im Iran stoppen
      können und setzt euch für die genannten Forderungen ein!

Forum der Iranischen Demokrat *innen und Sozialist *innen in Hannover

Hintergrund-Informationen zu den Massakern:

1988 – Das Massaker an politischen Gefangenen im Iran

Tudeh Partei Iran zum Jahrestag der Massenhinrichtung politischer Gefangener im Iran

Massenhinrichtung politischer Gefangener im Iran von 1988

https://de.wikipedia.org/wiki/Massenhinrichtung_politischer_Gefangener_im_Iran_von_1988

Jahrestag der Fatwa von Khomeini die zum Massaker 1988 im Iran führte

http://orientalstiftung.org/de/jahrestag-der-fatwa-von-khomeini-die-zum-massaker-1988-im-iran-fuhrte/

Iranisches Regime vernichtet Beweise für die Massenhinrichtungen von politischen Gefangenen

http://orientalstiftung.org/de/iranisches-regime-vernichtet-beweise-fur-die-massenhinrichtungen-von-politischen-gefangenen/