Film: “Für Immer Hier” / Ainda estou aqui

Mittwoch, 18.o3.2o26 2o.oo Uhr, Kino Im Sprengel

Zum Internationalen Tag Der Politischen Gefangenen

Für immer hier / Ainda estou aqui Walter Salles, Brasilien/Frankreich, 2024, 138 Min., DCP, OmU
nach dem gleichnamigen Buch von Marcelo Rubens Paiva. Mit Fernanda Torres, Selton Mello, Fernanda Montenegro u.a.

Der unermüdliche Kampf der Eunice Paiva

Im Januar 1970 wird der Ingenieur und ehemalige Abgeordnete der brasilianischen Arbeiterpartei, Rubens Paiva (Selton Mello), von Regierungsbeamten verhaftet, angeblich für eine Aussage bei den Behörden. Doch seine Frau und die fünf Kinder sehen ihn nie wieder. Jahrzehntelang kämpfen sie um Informationen.

Für das Nebeneinander von Normalität im Privaten und staatlicher Unterdrückung findet Walter Salles in seinem Film „Für immer hier“ gleich zu Beginn ein sprechendes Bild, das wie eine Art von Foreshadowing erahnen lässt, dass das gezeigte sommerliche Idyll nichts weiter als eine Illusion ist, die jeden Moment zerplatzen kann wie eine Seifenblase. Während Eunice (Fernanda Torres) das Bad im Meer vor Rio de Janeiro genießt und die Kamera mit ihr eintaucht in die Wellen, fliegt ein Hubschrauber wie ein bösartig brummendes und überaus bedrohliches Insekt über den Strand, das sie aufgeschreckt und dem sie besorgt nachblickt. Was genau es mit diesen Hubschraubern unter anderem auf sich hat, davon ahnt man in diesem Moment noch nichts, doch Eunices Blick verrät, dass es Gerüchte gibt und Vermutungen. Zu diesem Zeitpunkt ahnen allerdings weder sie noch wir, dass Eunice und ihre Familie davon bald selbst betroffen sein werden.

siehe auch:

Walter Salles über seinen Film „Für immer hier“: https://dcmstories.com/stories/walter-salles-ueber-seinen-film-fuer-immer-hier/

Zum Film: Rio de Janeiro, Anfang der 1970er Jahre. In einem gemieteten Haus am Strand lebt die Familie Paiva: Vater Rubens, Mutter Eunice und ihre fünf Kinder. Auch mit der allgegenwärtigen Unterdrückung bewahren sie in ihrem Zuhause eine Atmosphäre der Liebe, des Humors und der Offenheit. Ihre Zuneigung zueinander wird zu einem stillen Akt des Widerstands gegen die Diktatur, die ihr Leben radikal verändert. Als Rubens verschwindet, wird Eunice zur treibenden Kraft, um ihrer Familie eine neue Zukunft aufzubauen. Den Herausforderungen dieser dunklen Zeit begegnet sie mit Mut, Entschlossenheit und dem unerschütterlichen Glauben an ihre Kinder. Diese bewegende Geschichte wirft ein Licht auf die verschwiegenen Kapitel der brasilianischen Geschichte und würdigt die Stärke einer Frau, die trotz widrigster Umstände niemals aufgibt.

https://www.perlentaucher.de/im-kino/filmkritik-zu-fuer-immer-hier-von-walter-salles.html

https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCr_immer_hier